feature26. August 2026Köln
D4 zirkulär
Mit dem »D4 zirkulär« erfährt Marcel Breuers Faltsessel (1927) eine schwerelose Erneuerung bei deutlich reduzierter CO2-Bilanz. Klimaschonender bluemint®Steel von thyssenkrupp trifft hier auf eine Bespannung aus upgecycelten Silbermänteln, die einst der Hitze am Hochofen trotzten. Eine Allianz von industrieller Kraft und zirkulärem Denken: umgesetzt von Tecta in Kooperation mit der Stiftung Bauhaus Dessau und thyssenkrupp.
Text · tecta6 min

Kühle Form, reine Substanz Mit dem D4 als wegweisendem, CO2-reduzierten Stahlrohr-Sessel setzen Tecta und thyssenkrupp gemeinsam mit Thomas Schnur, der das Projekt im Rahmen einer Kooperation mit der Stiftung Bauhaus Dessau als Spezialist für kreislauffähiges Design begleitet hat, ein klares Signal für die Branche: Fortschritt zeigt sich nicht im Sichtbaren, sondern in der Bilanz.
Duisburg, vier Uhr morgens. Ein Funkenregen tanzt in der Schwärze der Halle. Aus dem Schlund des Hochofens bricht flüssiges Gold, eine zähe, glühende Masse, die sich jeder Form entzieht. Stahlarbeiter in Silbermänteln arbeiten hochkonzentriert zwischen Hitze und Funkenflug. Ihre Gestalten reflektieren das Licht, während sie die Glut in Schach halten. Es ist das vertraute Bild der Schwerindustrie, nur dass diesmal die vertraute Bilanz fehlt.
Was hier fließt, ist das Rohreisen für bluemint® Steel. Er glüht, er wiegt, er glänzt wie eh und je. Doch das Revolutionäre an ihm ist unsichtbar, ein physikalisches Vakuum: der deutlich reduzierte ökologische Fußabdruck. Während die Silbermäntel die physische Glut abschirmen, schützt dieser Stahl ein Klima, das sich keine Hitze mehr erlauben kann. Die technologische Hürde hinter diesem Wandel ist gewaltig. Herkömmlicher Stahl benötigt Kokskohle, um Eisenerz zu reduzieren, was gigantische Mengen CO2 freisetzt. Bei bluemint® Steel wird dieser Prozess durch den Einsatz von bereits reduziertem Eisen ersetzt. Die Emissionen sinken massiv, die Festigkeit bleibt. Es ist Präzisionsarbeit in einer industriellen Kontinuität, die bis in jene Ära zurückreicht, als der Stahl aus dem Ruhrgebiet dem Bauhaus die materiellen Grundlagen für die Visionen der Moderne lieferte.
Das zweite Leben der Silbermäntel Vom Hochofen zum Designobjekt: Die Mäntel werden gezielt gesammelt, professionell gereinigt und für die Weiterverarbeitung recycelt.
Ein eigenes Label: thyssenkrupp betreibt ein internes Modelabel für Upcycling. Neben der Bespannung für Möbel entstehen daraus funktionale Accessoires wie Schürzen und Rucksäcke.
Designer: Thomas Schnur Bildcredits: Bild 1: Nils Röscher - Thyssen Krupp Steel Bild 3, 5, 6: Lennart - Kramp Studio für Gestaltung
Untertitel mit H2
Im Beitrag genannt
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